So bewältigen die Agrar-Blogger den Dokumentationswahnsinn

Wir von top farmplan haben uns gefragt, wie die Agrar-Blogger eigentlich den heutigen Dokumentationsansprüchen gerecht werden. Viele Blogger berichten tagtäglich über ihren Job als Landwirt oder über ihre Arbeit im landwirtschaftlichen Sektor und geben wertvolle Tipps für andere Landwirte, landwirtschaftlich Interessierte, aber auch Verbraucher. Die Community der Blogger steht in einem ständigen Austausch untereinander. Deshalb haben wir gefragt:

„Dokumentationswahnsinn in der Landwirtschaft: Wie stellst Du Dich und Deinen Betrieb digital für die Zukunft auf?“

Die besten Antworten haben wir in diesem Artikel für Euch zusammengefasst und hoffen Euch so eine Motivation für die ersten Schritte in Richtung Digitalisierung geben zu können.


Bäuerin Bettina | Fabrykant | tractorbook.de


Bäuerin Bettina | Hof Hüske

Bäuerin BettinaIn erster Linie geht es mir auf meinen Kanälen darum, sowohl Menschen vom Land als auch aus der Stadt zu erreichen und mit landwirtschaftlichen Beiträgen zu sensibilisieren. Ganz wichtig ist mir dabei aber (vor allem auch auf Instagram), dass es nicht nur um die Erzielung hoher Reichweiten geht (Frau vor Trecker- funktioniert bei Insta super!), sondern vielmehr, dass den Lesern gezeigt wird, wie vielfältig die Landwirtschaft ist und dass es auch viele Projekte außerhalb des Hofes gibt und sich nicht der ganze Tag im Stall abspielt. Gerade aus meinem engen Freundeskreis, zum Beispiel meinem Kegelclub, bekomme ich seit meiner Zeit im Social Media viel mehr Nachfragen zu meiner Arbeit und oft auch die Aussage: „Das hätte ich gar nicht erwartet, aber irgendwie ist es doch immer total interessant, was du da so schreibst!“ Natürlich gibt es auch Kritiker, aber wo gibt es die nicht? Moderne Landwirtschaft hat einen viel schlechteren Ruf, als sie verdient hat, und das gilt es zu ändern!!
Wer mehr erfahren will, darf gerne bei uns auf dem „Hof Hueske“ oder bei meinem Instagram-Kanal „Bäuerin Bettina“ vorbei schauen- dort feiere ich übrigens bald meinen ersten Geburtstag!

So plant Bettina mit der Digitalisierung:

Grundsätzlich verlassen wir uns gerade im Bereich der Tierhaltung schon viel auf digitale Informationen- sei es das Gesundheitsmanagement unserer Herde mit einem Herdenmanagement-Programm, als auch die Nutzung diverser Apps zum schnellen Einholen von Informationen. Digital sind wir seit Jahren auch in der Buchführung im Online-Banking, ohne dem ist es mittlerweile kaum noch vorstellbar. Den Futteranbau/Ernte erledigt bei uns hauptsächlich der Lohnunternehmer, weswegen wir dort nicht allzu viel Technik investiert haben. Unser LU arbeitet allerdings auch wie viele andere mit GPS, digitalen Schlagkarteien für seine Mitarbeiter usw.
Weitere Investitionen, wie z.B. Kameraüberwachungen im Abkalbestall und automatische Futteranschieber sind ebenfalls in Planung. So kann man flexibel jederzeit auf die wichtigsten Bereiche zugreifen und hat mit dem Smartphone schnell alles im Blick.

Auf Dauer wird sicherlich vor allem im Hinblick auf den Börokratieabbau noch mehr das Thema Digitalisierung in Sachen Ackerschlagkartei, Düngung und Medikamentenbelege etc. auf uns zukommen. Das wird uns die Dokumentation in vielen Dingen erleichtern. Wie uns die Vergangenheit gezeigt hat, nimmt der Papier- und Dokumentationskrieg aber kein Ende, sondern nimmt weiterhin mit Vollgas Fahrt auf. Daher sehe ich mich in Zukunft noch mehr im Büro sitzen. Oder gibt es vielleicht bald noch mehr externe Dienstleister, die uns das Rundum-Sorglos-Paket anbieten?!

Darin bin ich mir sicher: Wir alle denken, dass schon verdammt viel digitalisiert wurde und viel mehr gar nicht geht, aber in 10 Jahren werden wir wahrscheinlich über die heutige Steinzeit lachen…

Am Ende ist aber für mich auch ganz klar: Nicht alles lässt sich digitalisieren. Effizienz auf dem Acker und im Kuhstall ja, aber das gute Auge des Landwirts und vor allem die tägliche Fürsorge lassen sich niemals gänzlich ersetzen!! Und gerade im Stall ist es wichtig, dass der gut ausgebildete Landwirt bei seinen Tieren ist und nicht alles nur von vielen Mitarbeitern erledigt wird.“


Thomas Fabry | FABRYKANT

FabrykantAufklären und für Transparenz sorgen. Damit fing alles bei Thomas an. Als gelernter und studierter Landwirt, Mitgründer des Vereins „Tierhaltung modern und transparent“ und erfahrener Social-Media-Experte hat Thomas schon viele Vorträge gehalten und vielen Landwirten geholfen. Viele kennen Thomas auch durch den Road Trip Agrar, bei dem er gemeinsam mit „Erklärbäuerin“ Annika Ahlers 4.500 Kilometer mit einem Käfer durch Deutschland gefahren ist, um mit verschiedensten Menschen vor der Kamera über das Thema Landwirtschaft zu sprechen. Auf seinen Social-Media-Kanälen informiert Thomas regelmäßig über seine spannenden Projekte. Folgen lohnt sich!

Praktisch, aber einfach sollte es bleiben!

„Hier habe ich mit meiner Buchführung z.B. tatsächlich so angefangen, dass ich alles ausgedruckt, auf einem großen Tisch ausgebreitet und dann sortiert habe. Ich bin jetzt komplett auf „Unternehmen online“ von Datev umgestiegen, worüber ich alle Belege, Rechnungen und Angebote direkt digitalisiere und so auch einen reibungslosen Ablauf zu meiner Steuerberaterin gewährleiste. Ich habe lange überlegt, was für mich der richtige Weg ist und es gibt ja auch zahlreiche Tools, die einem für ein besseres Management angeboten werden. Alle Gedanken haben dahin geführt, dass ich eine Software habe, über die ich meine gesamte Buchhaltung digital abwickeln kann. Daneben nutze ich die Basics der Office-Anwendungen, womit man denke ich für alles gut aufgestellt ist. Fazit für mich ist daher, dass man sich vor lauter Tools und Cloud-Lösungen auch nicht verzetteln darf, sondern eine gewisse Einfachheit am Ende auch dazu führt, dass man sauber und konsequent arbeitet.“


Frédéric | tractorbook.de

tractorbookMit tractorbook.de schlägt Frédéric täglich eine Brücke zwischen vergangenen Zeiten und der Digitalisierung. Er berichtet nicht nur über Traktoren, sondern ist auch auf vielen Agrartechnik-Veranstaltungen unterwegs und im regelmäßigen Austausch mit anderen Traktor-Liebhabern. Seine Community begleitet er auf seinem Blog, bei Facebook und bei Instagram. Wer täglich interessante Bilder und Informationen über Traktoren erhalten möchte, der sollte Frédérics Social-Media-Kanäle besuchen. Wer sich für technische Daten interessiert, der ist bestens auf seinem Blog aufgehoben!

Das rät Frédéric für die Zukunft:

„Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde, in kaum einer Branche wird das Thema so stark thematisiert wie in der Landwirtschaft. Das liegt zum einen an den hohen Anforderungen, die seitens der Behörden an den landwirtschaftlichen Betrieb gestellt werden und zum anderen an der doch sehr langsam voranschreitenden Akzeptanz dieser „neuen“ Möglichkeiten. Viele Betriebsleiter tun sich schwer den Schritt zu einem digitalen Managementsystem zu gehen, dieser Schritt wird aber früher oder später unabdingbar sein um bei den Prozessen der Dokumentierung mithalten zu können. Ein digitales Agrarbüro spart nicht nur Zeit, sondern schafft auch Platz und Übersicht, auch wenn der erste Schritt schwer ist, sollte sich jeder dieser Herausforderung stellen, es amortisiert sich!“

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